Nach den Tagen des Zorns

Keine der fünf Frauen entspricht einem Klischee, doch ist jede auf ihre Weise repräsentativ. Eine Zeile aus dem Gedicht Rückkehr nach Frankfurt von Marie Luise Kaschnitz, Nach den Tagen des Zorns, stellt die Frage des Weiterlebens nach den Zerstörungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens durch die Faschisten und der Katastrophe des 2. Weltkriegs. Alle fünf Frauen fragen nach der Möglichkeit zu lieben, nach Gerechtigkeit, Emanzipation und der gesellschaftlichen Stellung der Frau. Fragen, die heute an Aktualität nicht verloren haben, im Gegenteil. Obwohl 1949 das Grundgesetz in Kraft trat, das die Gleichberechtigung von Männern und Frauen festschrieb, konnte z. B. bis 1977 der Ehemann seiner Frau die Berufstätigkeit verbieten. Bis heute verdienen Frauen 25% weniger als Männer und von Armut betroffen sind vor allem alleinerziehende Mütter und ihre Kinder.

"Zu irgendeiner Zeit und auf irgendeine Weise muss man es erfahren. Entweder man ist noch ganz jung oder man ist gar nicht mehr jung. Aber einmal muss man es erfahren, auf jeden Fall. Muss man was erfahren, fragen Sie. Dass die Existenz des Menschen eine tragische ist, sage ich." Marie Luise Kaschnitz

Die Veranstaltung fand am 5. 4. 2009 um 16 Uhr im Historischen Museum Frankfurt am Main, Saalgasse 19 statt.

Fotos von Petra Welzel