Die Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller

Schillers berühmtes Drama über Leben und Tod der französischen Freiheitsheldin Jeanne d’Arc, über einen Heiligen Krieg, Ideale, Utopien und das Scheitern an der Wirklichkeit. Spielfassung: Wolfgang Spielvogel; alle Rollen: Barbara Englert.
Spielzeit plus Pause: 75 Minuten.

Im Feind den Menschen erkennen ...

Joahanna 21429, im hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England, erhält das Bauernmädchen Johanna aus dem kleinen lothringischen Dorf Domrémy den göttlichen Auftrag, sich an die Spitze des französischen Heeres zu stellen, das Heimatland von den Besatzern zu befreien und Karl VII zur Krönung nach Reims zu führen. Die Kirche und der verzweifelte König, von dem ersten Sieg und ihren Visionen überzeugt, stimmen zu. Als ‚Gottes blindes Werkzeug‘, das auf die Liebe verzichtet und Feinde tötet, führt Johanna nun zwei Jahre mit Erfolg die Truppen an. Die Wende kündigt sich an, Johanna 3als sie im Kampf dem englischen Feldherrn Lionel begegnet, sich in ihn verliebt und es nicht fertigbringt, ihn zu töten. Plötzlich sehend geworden, hat sie im Feind den Menschen erkannt und verliert damit ihre Kräfte. Kurz nach der Krönung in Reims wird sie der Hexerei bezichtigt, flieht und gerät in Gefangenschaft der Königinmutter Isabeau, die die Engländer unterstützt. Bewusst lehnt sie Lionels Angebot ab, sie zu retten, und kommt nach ihrer Befreiung in einer siegreichen Schlacht um.

Johanna 4Die Jeanne d’Arc der Geschichte starb dagegen nach einem Hexenprozeß, den ihr die Engländer bereiteten, von ihrem König und allen verlassen auf dem Scheiterhaufen.

... immer nur die allgemeine Situation, die Zeit und die Personen aus der Geschichte zu nehmen und alles übrige frei zu erfinden ... erklärte Schiller 1799 seine poetische Vorgehensweise in einem Brief an Goethe. Damit war es ihm möglich, die menschlichen Konflikte in einem ‚Heiligen Krieg‘ in einer Figur zu konzentrieren.

Ähnlichkeiten mit politischen Situationen der jüngsten Geschichte sind beabsichtigt.