So nah mit ihr

 

 

 

 

 

 

Doch damit ist ihre Geschichte nicht zu Ende. Fast dreißig Jahre nach dem Tod der Freundin lässt die Bettine sie in einem Briefroman wieder aufleben, in dem sie Wahres und Erfundenes miteinander vermischt. Die Bettine und die Günderrode gehörten zur Generation der jungen Romantiker, die versuchten, eine andere, bessere Welt zu denken und sie zu verwirklichen – dem kriegerisch-rationalistischen Weltbild ihrer Zeit setzten sie Ideale der Liebe und der Menschlichkeit entgegen.

Bis an ihr Lebensende hielt die Bettine an den Idealen ihrer Jugend fest und scheute später keine Konflikte mit der Zensur oder den Behörden, während ihre Altersgenossen entweder im preußischen Staat Karriere machten (Savigny) oder in den katholischen Mystizismus abdrifteten (Clemens Brentano). Erst nach dem Tod ihres Mannes, des Dichters Achim von Arnim 1831, begann die Bettine, ihre Briefe aus ihrer Jugendzeit nach philosophischen Prinzipien der Romantik literarisch zu bearbeiten. Ein herausragendes Werk ist ihr Briefroman ‚Die Günderode‘ in dem sie einerseits der Freundin, die 1806 Selbstmord beging, ein Denkmal setzt, sie andererseits aber auch in ihrem Sinne und ihrer politischen Intention gemäß inszeniert. Ohne Bettines Einsatz wäre das Werk der Dichterin heute vergessen.

In einer Montage von Originaltexten der romantischen Dichterinnen erzählt die „alte“ Bettine auf der Bühne diese Geschichte.

Gleichzeitig ist das Tanztheaterstück, das für das Romantik-Programm des Cantate-Saales Frankfurt neu inszeniert wurde, ein Stück über Freundinnen überhaupt. Womit beschäftigen sie sich, wo treffen sie sich, wo und wie sieht man sie? Die Filmeinspielungen folgen Freundinnen-Paaren, die, wie die jungen Dichterinnen zu ihrer Zeit, heute das Erscheinungsbild der Stadt prägen.

Wie sich die jungen Frauen einander annähern, womit sie sich beschäftigen, von was sie träumen, wie sie einander spiegeln, wie zuletzt die Realität in ihre Welt einbricht und es zum endgültigen Bruch kommt, stellen in der Neu-Inszenierung für das Romantikprogramm des Cantate-Saales Barbara Englert, Moeko Tokieda, Haruka Kawauchi und Jaspar Libuda tänzerisch, erzählerisch und musikalisch dar.

Die Premiere fand am 18. Juni 2009 um 20 Uhr im Gallustheater in Frankfurt statt.

Neuinszenierung für das Romantik-Programm im Cantate-Saal Frankfurt: Am 27., 28. und 29. März 2014, jeweils 20 Uhr

Cantate-Saal Frankfurt - direkt neben dem Goethe-Haus - Fliegende Volksbühne, Großer Hirschgraben 21, 60311 Frankfurt am Main
www.fliegendevolksbuehne.de

Theaterkasse im Cantate-Saal: Montag – Samstag 17 – 20 Uhr. Telefon: 069 / 24 14 24 35, Tickethotline:  069 / 4076625 80

Die Neu-Inszenierung des Tanztheaterstückes für das Romantik-Programm des Cantate-Saales wurde möglich Dank freundlicher Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, des Frauenreferates und des Kulturamtes der Stadt Frankfurt am Main.

Weitere Informationen

  • Veranstaltungszeitpunkt:

    27., 28., und 29. März 2014, jeweils 20 Uhr

  • Veranstaltungsort:

     

    Cantate-Saal Frankfurt - direkt neben dem Goethe-Haus - Fliegende Volksbühne, Großer Hirschgraben 21, 60311 Frankfurt am Main

  • Kontakt:

     

     

    Theaterkasse im Cantate-Saal: Montag – Samstag 17 – 20 Uhr. Telefon: 069 / 24 14 24 35, Tickethotline:  069 / 4076625 80

Medien