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EINGEBRANNT Frauen auf Kreta 1941-1945

 Ein Film von Barbara Englert und Leonie Englert

Logline

Eine kunstdokumentarische Reise durch die Geschichte kretischer Frauen und ihrer Lebensrealitäten während der deutschen Besatzung auf Kreta von 1941-1945.

Exposé

Dass Frauen ihren Platz in der Geschichte einnehmen ist lange überfällig und dennoch wird die Geschichtsschreibung auch heute noch von Männern dominiert. Aus diesem Grund lassen wir in diesem Dokumentarfilm ausschließlich Frauen über ihren Widerstand und ihren Kampf gegen die deutsche Besatzung erzählen. Diese Erzählungen sind in keinem Geschichtsbuch zu finden und wären mit dem Tod dieser Frauen für immer verlorengegangen.

Zweiundzwanzig Kreterinnen sprechen über ihren Widerstand, ihre Solidarität, über starke Frauen, über Ängste und Hoffnungen, ihren Überlebenskampf und den Umgang mit den Besatzern: Eine Mutter wird am lebendigen Leibe verbrannt dafür, dass sie ihre Töchter beschützte, junge Mädchen sabotieren einen deutschen Transport russischer Kriegsgefangenen und es galt „sich zu verstecken und nicht zur Schule zu gehen.“

Die Beteiligung am Widerstand gegen die Besatzer war für die meisten dieser Frauen selbstverständlich. Ohne Angst vor ihren eigenen Emotionen durchleben sie mit ihrer eigenen Stimme ihre Vergangenheit; traurig, wütend, stolz. Aber auch lachend wird sich zum Beispiel an die Kommentare der Mutter erinnert, die ihren Kindern nur Wildkräuter zum Essen vorzusetzen hatte.

Die innere Resonanz der Erzählungen wird von Puppen gespiegelt, die den Frauen ähnlich sind. Die fein ausgearbeiteten Gesichter der Figuren geben im Film den Frauen und den von Gräsern überwucherten Steinen ihre lebendige Geschichte zurück. Verletzt liegen sie auf dem Boden, ihre weit geöffneten Augen werden von der Kamera behutsam fokussiert und erzeugen ganz ohne Worte eine nachwirkende Präsenz.

 

Eine Theaterinstallation

mit Texten von Anita Augspurg, Elsa Brändström, Marie Curie, Ricarda Huch, Clara Immerwahr, Editha Klipstein, Annette Kolb, Käthe Kollwitz, Helene Lange, Else Lasker-Schüler, Rosa Luxemburg, Alice Schalek, Virginia Woolf und Clara Zetkin.

Bühneninstallation: Auf zwei Leinwänden werden Filmaufnahmen von 80- bis über 90-jährigen Frauen zu sehen sein. Sie schildern, was ihre Mütter vom Ersten Weltkrieg berichteten. Diese Erzählungen stellen wir den Aussagen, Tagebuchaufzeichnungen, Prosatexten oder Gedichten berühmter Frauen der Zeitgeschichte gegenüber, die die Performerin von einem Sessel aus vorträgt, dessen Sitzfläche sie mit den verlesenen und protokollierten gehörten Texten zunehmend aufpolstert. Ein Musiker begleitet die Aufführung.

Was dachten, empfanden, fühlten diese Frauen, als es darum ging, allein zurechtzukommen? Wie schnell lernten sie, ein Unternehmen zu leiten, Verträge abzuschließen und all das zu tun, was ihnen bis dahin verboten war? Wie bewältigten sie die Angst, die Belastung durch Familie, Kinder, Alte, Arbeit, Tod, Hunger und die Bedrohungen durch den Krieg?

Die meisten dieser Mütter und Großmütter erlebten später noch den Zweiten Weltkrieg und standen erneut vor den Trümmern ihrer Gesellschaft, ja ihres Lebens.

Die Theaterinstallation soll auch ohne Performance im öffentlichen Raum bis 2018 gezeigt und gehört werden.